NORDKEHDINGEN. „Niedersachsen ist das wichtigste Wiesenvogelland in Deutschland, bis zu 70 Prozent des Gesamtbestandes der Wiesenvögel Deutschlands sind bei uns zu Hause. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, setzen wir auf die Unterstützung aller Naturnutzer und Interessensverbände – insbesondere auch auf die Unterstützung der Jäger”, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner anlässlich seiner heutigen Fahrt mit dem Vogelkieker durch das Wildvogelreservat Nordkehlingen.
Vor den Folgen des weiter anhaltenden massiven Verlusts an Grünland in Deutschland hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer kürzlich erschienen Pressemitteilung gewarnt. Grünlandflächen haben demnach eine hohe Bedeutung für zahlreiche Artengruppen wie auch für den Boden-, Wasser- und Klimaschutz. Von 1990 bis 2009 hat sich die Grünlandfläche in Deutschland nach Angaben des BfN um 875.000 Hektar verringert und damit auch die typischen Grünland Tier- und Pflanzenarten.
Es ist deutschlandweit bisher das größte Projekt aus dem LIFE-Natur-Programm: Mit 22,3 Millionen Euro hat die Europäische Kommission nun ein Wiesenvogelschutzprojekt für Niedersachsen genehmigt und wird 60 Prozent der Kosten übernehmen’, freute sich Umweltminister Hans-Heinrich Sander.
Meppen. Durch den stark zunehmenden Bau und Betrieb von Biogasanlagen wird im Landkreis Emsland wie auch in anderen Landesteilen Niedersachsens vermehrt Grünroggen als Winterfrucht angebaut, der im Mai geerntet wird. Da Reh, Fuchs, Hase und Fasan sowie auch Kiebitz und Großer Brachvogel sich mit ihren Jungen in den Grünroggen – der zur Mahdzeit nahezu die einzige Deckung in der Feldflur ist – zurückziehen, kommen nach Angaben der Jäger während der Ernte zahlreiche Wildtiere durch den Einsatz von Großmaschinen unbeabsichtigt zu Tode. Um dem zukünftig entgegen wirken zu können, ist in einem Pilotprojekt im Landkreis Emsland untersucht worden, inwieweit der Mähtod von Wildtieren bei der Ernte u. a. von Grünroggen vermieden werden kann. Insbesondere die Mahd von innen nach außen verbunden mit so genannten Vergrämungsmethoden erwies sich als überaus erfolgreich.
Im Emsland werden mit einem Gelege- und Kükenschutzprogramm die Bestände bedrohter Wiesenvögel geschützt. Dafür sind Anika Börries und Thomas Schomaker aus Werlte ehrenamtlich tätig. Von Christine Schneider-Berents
Im Jahr der Biologischen Vielfalt präsentiert die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) erste Ergebnisse ihres Förderprogramms Lerchenfenster: Mehr als 3.500 dieser künstlichen Fehlstellen sind in kürzester Zeit bereits auf Niedersachsens Äckern entstanden, davon rund 200 in der Jägerschaft Aschendorf-Hümmling, so der Vorsitzende der Jägerschaft Aschendorf-Hümmling Wilhem Klumpe.
Kiel – Freiwilliger Vertragsnaturschutz und Vernässungsmaßnahmen wirken sich positiv auf den Wiesenvogelschutz der Halbinsel Eiderstedt aus. Darauf wies Umweltminister Christian von Boetticher hin.
Rhede (fba) – “Kiebitzeier zu suchen ist in den Niederlanden ein Sport”, erzählt Simon Slagman aus Papenburg. Der gebürtige Niederländer und Wahl-Emsländer hat sich das Wissen darum, wie man die Eier der geschützten Wiesenvögel findet, seit früher Kindheit angeeignet.
Meppen – Die Anstrengungen des Landkreises Emsland, die einmalige Natur an Ems und Hase zu bewahren, soll fortgesetzt werden: Der Landkreis plant, die europäischen Schutzgebiete als Landschafts- bzw. Naturschutzgebiete nach deutschem Recht auszuweisen und anzupassen. Dies solle im „konstruktiven Dialog“ mit Gemeinden, Landwirtschaft und anderen beteiligten Gruppen geschehen, kündigt Landrat Hermann Bröring an.