Von Tobias Böckermann: Haren/Lathen. Die erste Storchenbrut im Emsland seit mehr 25 Jahren ist gescheitert: Die Störche “Henk” und “Frieda” haben ihr Nest verlassen. Mit ihnen aus dem Nest verschwunden ist mindestens ein bereits geschlüpftes Küken.
Nach Angaben von Heiner Wienkamp haben die Störche in der Nacht von vergangenen Freitag auf Samstag ihren Horst verlassen. Wienkamp gehört zum Kegelclub “Fidele Brüder” Ober-/Niederlangen, der im vergangenen Jahr den Kunsthorst auf einer Wiese zwischen Lathen und Haren aufgestellt hatte (wir berichteten). Die Freude über den schnellen Einzug eines Storchenpaares war nicht nur bei den naturverbundenen Kegelbrüdern groß. Auch in Ober- und Niederlangen und darüber hinaus hatten sich viele Bürger über die Rückkehrdes Sympathieträgers gefreut.
Nun herrscht als am Wochenende Entsetzenüber ein plötzlich verwaistes Nest, um das Herum die Storchenfreunde zuvor nur Positives gesehen hatten. “Die erwachsenen Störche hatten fleißig Futter herangeschafft”, sagt Wienkamp. Mindestens ein hungriger Kükenschnabel habe es dann gierig verschlungen.
Aber in der Nacht zum Samstag herrschte in der Nähe des Horstes Bodenfrost – eine mögliche Ursache für das Abziehen der Störche. Möglicherweise ist das Junge erfroren, aber das sei Spekulation, sagt Wienkamp. Bei einer Kontrolle aus einem Hubsteiger am Samstag war der Horst leer.
Der derzeit in Weißrussland weilende und nicht erreichbare Storchenbetreuer des Landes Niedersachsen für das Emsland, Volker Blüml, hatte den Abbruch der Brut aus verschiedenen Gründen im Vorfeld für möglich gehalten. Hauptgrund: Zumindest einer der beiden Störche war mit seinen zwei Jahren eigentlich noch recht jung für ein erfolgreiches Brutgeschäft. Er war im Jahr 2007 im Tierpark Nordhorn geschlüpft und dort beringt worden. Gescheiterte Bruten sind bei Jungstörchen nicht ungewöhnlich. Außerdem hat der Grünlandanteil im Emsland gerade in den vergangenen Jahren dramatisch abgenommen. gerade hier suchen sie aber ihr Futter.
Die Storchennestfreunde setzen nun auf das kommende Jahr und darauf, dass Henk und Frieda zurückkehren, um erneut zu brüten. Immerhin sind die beiden gestern wieder in der Nähe des Horstes hesehen worden und haben ihr Nest noch einmal inspiziert.
Veröffentlicht am 02.06.2009 von der Emszeitung