Meppen. Die Ausweisung von vier Naturschutzgebieten (NSG) und einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) beschloss der Umweltausschuss.

Auf Vorschlag der Kreisverwaltung sollen zukünftig die NSG „Versener Heidesee“, „Wesuweer Moor“, „Geestmoor“, „Emsauen zwischen Herbrum und Vellage“ sowie das LSG „Mittelradde – Marka – Südradde“ als Lebensräume schützenswerter Pflanzen- und Tierarten sowie zum Erhalt typisch emsländischer Landschaften mit hohem Erholungswert gesichert werden. „Auf einer Fläche von insgesamt rund 3353 Hektar finden wir hier Gebiete von besonderer ökologischer Bedeutung vor, die bedrohten Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten und den Menschen nicht außen vor lassen“, erläutert Landrat Hermann Bröring.

Der Landkreis Emsland, ohne die Stadt Lingen, verfügt nun über insgesamt 70 Naturschutzgebiete mit 13284 Hektar und 14 Landschaftsschutzgebiete mit 22010 Hektar. Damit stehen 13 Prozent der Landkreisfläche unter Schutz. Jedes derneu ausgewiesenen Gebiete zeichnet sich durch Besonderheiten aus. So ist das Gebiet „Versener Heidesee“, mit seinen etwa 40 Hektar die kleinste der auszuweisenden Flächen, ein Lebensraum für rastende und durchziehende nordische Gänse, Schwäne, Enten und Watvögel. Die Heidelandschaft mit nährstoffarmen Gewässern zählt zum „ Internationalen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen“ und liegt in der Stadt Meppen.

In Teilbereichen des insgesamt rund 409 Hektar großen geplanten Naturschutzgebietes „Wesuweer Moor“ liegt noch eine Torfabbaugenehmigung bis zum 31. Dezember 2014 vor. Es sei aber aufgrund kleiner Mengen Resttorf davon auszugehen, dass der Abbau deutlich früher ende, so Bröring. Die Fläche, die im Stadtgebiet von Meppen und Haren und der Gemeinde Twist liegt, ist Eigentum des Landes Niedersachsen, Bestandteil des Niedersächsischen Moorschutzprogramms und liegt ebenfalls im Naturpark. „Ziel ist in diesem Bereich die Wiedervernässung und auf trockeneren Standorten die Entwicklung von Moorheiden, um hoch spezialisierten moortypischen Pflanzen und Tieren wieder Lebensraum zu erschließen“, erläutert Bröring.

Über etwa 260 Hektar erstreckt sich der Bereich des geplanten Naturschutzgebietes „Geestmoor“. Zur Gemeinde Geeste gehörend und ebenfalls Bestandteil des Naturparks, erstreckt sich die Fläche westlich und östlich der A 31. Besonderheit dieses Gebietes ist ein etwa 60 Hektar großer Hochmoorblock, in dem noch nie Torfabbau betrieben wurde. Die bislang maschinell abgetorften Bereiche dieses Gebietes sind bereits für die Wiedervernässung hergerichtet.

Dass mit rund 867 Hektar Fläche zweitgrößte zur Ausweisung anstehende Naturschutzgebiet „Emsauen zwischen Herbrum und Vellage“ befindet sich mit rund 101 Hektar im Landkreis Leer und mit rund 766 Hektar im Landkreis Emsland, der vom Niedersächsischen Umweltministerium für die Ausweisung des Gebietes zuständig erklärt worden war. „Das Gebiet zeichnet sich als Lebensstätte schutzbedürftiger Tier- und Pflanzenarten in den Deichvorländern zwischen Herbrum und Papenburg sowie in der Ems aus und ist Bestandteil von FFH- und EU-Vogelschutzgebieten. Mit der Ausweisung setzen wir die Vorgabe der EU um, Natura 2000 Gebiete in nationale Schutzgebiete zu überführen“, erläutert Bröring.

In den Samtgemeinden Werlte und Herzlake befindet sich das geplante LSG „Mittelradde – Marka – Südradde“, das dass Naturschutzgebiet „Bockholter Dose“ umschließt. Mit rund 1777 Hektar ist es das größte Schutzgebiet, das ausgewiesen werden soll. Das Gebiet wurde ebenfalls in die Liste der EU-Vogelschutzgebiete aufgenommen. Bis zur nationalen Schutzgebietsausweisung gilt hier ein absolutes Veränderungsverbot. Besonderes Schutzziel ist die Sicherung der noch guten Beständen von Großem Brachvogel, Kiebitz, Uferschnepfe und Wiesenweihe auf Niedermoorgrünland. „Der intensive Dialog mit der Landwirtschaft hat zu für den Naturschutz und die Flächenbewirtschafter tragbaren Verordnungsinhalten geführt. Erstmalig hatten die Landwirte die Vorschlagsmöglichkeit für die Schutzgebietskategorie“, sagt Bröring. Landschaftsschutz und Landwirtschaft gingen hier eine Einheit ein, die beispielhaft sei und sowohl Mensch wie Natur zugute komme, so Bröring.

Veröffentlicht am 23.04.2008 vom Landkreis Emsland

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